Station mit hoher Fluktuation und festgefahrenen Konflikten
Hohe Fluktuation, dauerhafte Spannungen, jede:r gegen jede:n.
Eine Station eines städtischen Klinikums. Über zwei Jahre war die Fluktuation deutlich gestiegen, der Krankenstand auch, in den Übergaben war die Stimmung kühl und in den Pausen sprachen einzelne Gruppen nicht mehr miteinander. Die Pflegedirektion und die Stationsleitung kamen zu uns mit dem Bild: jede:r gegen jede:n. Sie wollten nicht moderieren, sondern strukturell verstehen, was passiert war, und einen Weg finden, der die Station wieder arbeitsfähig macht.
Wir sind mit einer Risiko- und Kulturdiagnose eingestiegen. In vertraulichen Einzelgesprächen mit Pflegekräften, Ärzteschaft und der Stationsleitung wurde sichtbar, was die Stimmung lange unter sich hielt: alte Konflikte, die nie geklärt wurden, eine Leitungsebene, die zwischen den Stühlen saß, fehlende Räume für Klärung und Reflexion. Parallel haben wir Fachberatung für die Stationsleitung gestartet, damit sie nicht allein bleibt.
Heute hat die Station wieder eine Atmosphäre, in der Menschen miteinander arbeiten. Klarere Strukturen in den Übergaben, eine Konfliktklärung mit Außenperspektive, Coaching für die Stationsleitung, Workshops für das Team zu Konflikten und Stress, und eine externe vertrauliche Anlaufstelle für die ganze Klinik. Die Fluktuation ist messbar gesunken, die Stimmung ist eine andere.
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